Der Monatsspruch aus 5. Mose 26,11 macht uns auf dieses Prinzip aufmerksam:
»Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.«
Das Volk Israel wurde angehalten, abzugeben von dem, was es erwirtschaftet hat – von allem den zehnten Teil. Dieses Abgeben und Teilen hatte zwei Ziele: Einerseits aus Dankbarkeit, denn Gott hat sie über das Jahr mit allem versorgt. Aus Dankbarkeit sollten sie einen Teil für Gott geben. Andererseits aus Fürsorge, denn das, was sie abgegeben haben aus ihrem Gut, wurde genommen, um die zu versorgen, die nichts haben. Einerseits für die Leviten (also für den Priesterstamm, der für den Tempeldienst herausgenommen wurde) und andererseits für die Fremden, Flüchtlinge, Witwen und Waisen, die Hilfe nötig hatten.
Abgeben und Teilen sollten sie nicht mit Zähneknirschen, sondern mit Freude – weil sie sich freuen sollen über alles Gute (oder man kann auch übersetzen: »über all das Gut«), was Gott ihnen und ihren Familien gegeben hat. Abgeben aus Überzeugung und Freude, weil Gott versorgt. Abgeben, damit andere versorgt sind. Am Ende des Kapitels wird sogar auch noch eine Zusage gegeben, wenn man bereit ist, abzugeben: Segen. Es ist wohl das Geheimnis im Reich Gottes, dass Teilen und Abgeben zum Segen (= Überfluss; in unserem Text »Land, in dem Milch und Honig fließt«) führt.
Ich wünsche uns, dass wir in diesem Jahr an vielen Stellen erleben, dass Gott uns Gutes gibt und mit Gut versorgt. Und genauso, wie Gott uns versorgt, können wir abgeben und teilen, damit auch andere erleben, was uns zugesagt ist: Segen.
Daniel Hoffmann
