»Dann wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen für euch, die ihr meinen Namen fürchtet. Unter ihren Flügeln gibt es Heilung. Ihr werdet herauskommen und herumspringen wie Kälber, die aus dem Stall gelassen werden.« (Maleachi 3,20). Der Vers kurz vor dem Schluss des letzten Kapitels – noch fünf Verse, dann ist das Buch Maleachi zu Ende. Das Prophetenbuch Maleachi ist das letzte Buch des Alten Testaments. Danach folgt eine längere Zeit, in der es keine schriftlichen Berichte gibt. Eine Zeit, in der Gott »geschwiegen« hat – so die jüdisch-hebräische Tradition. Lediglich die sogenannten Apokryphen des Alten Testaments, insbesondere die Makkabäer-Bücher, erzählen von der »Schweigezeit«.
Gott schwieg, bis sich erfüllt hat, was er durch seine Propheten angekündigt hatte, und dann alle sehen konnten, wie er durch das fleischgewordene Wort redete: Jesus selbst. Denn mit ihm kam das Licht – die Sonne der Gerechtigkeit. Denn bei ihm finden Menschen Heilung – sie werden gesund an Körper, Seele und Geist. Denn bei ihm ist die Freude, weil er uns befreit hat.
Die Menschen damals konnten nicht so einfach von Maleachi im Alten Testament zum Neuen Testament weiterblättern und das Matthäus-Evangelium lesen. Sie mussten warten auf das, was verheißen worden ist. Es war eine lange Zeit des Wartens – die sich aber gelohnt hat!
Daniel Hoffmann
